Sehr geehrter Herr Marwein,

 

Sie haben in einem Interview mit dem SWR, gesendet in SWR Aktuell am 11.10.2018 um 19.40h, behauptet, dass man in 700m Entfernung von Windkraft-Anlagen bereits „wirklich nichts“ mehr höre. Wir Anwohner des Windparks Rosenberg-Süd wohnen in einem Abstand von 764 – 1100m zu zwei WEA und dürften nach Ihrer Logik noch weniger als „wirklich nichts“, wenn das möglich wäre, hören.

 

Nun entspricht dies nicht unseren Erfahrungen: wir hören die Windkraftanlagen, und zwar deutlich und so, dass unser Schlaf öfters gestört ist. In eigenen Messungen haben wir Werte im Durchschnitt über 46,5 db(A) gemessen - bei zulässigen 45 db(A) nachts. Auch orientierende Messungen von Seiten der Umwelt- und Gewerbeaufsicht des Landratsamtes Ostalb haben Werte von 43,7 db(A) ergeben. Sowohl das Landratsamt Ostalb wie auch das Umweltministerium Baden-Württemberg (in Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Winfried Mack vom 2.5.2018, Az. 46-4516/91) gehen also von einer deutlichen Hörbarkeit der WEA bei uns aus. Wir gehen davon aus, dass Ihnen der Umstand, dass der Bereich zwischen 43 db(A) und 47 db(A) durchaus im hörbaren Bereich des Menschen liegt, bekannt ist.

 

Wie sollen wir also Ihre Aussage deuten?

Wir können nicht glauben, dass

  1. a) dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung unbekannt war, dass von Windkraftanlagen auch in über 700m Entfernung Lärm hörbar ist.
  2. b) dem Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung, dessen ganze Existenzberechtigung der Schutz der Bürger vor Lärm ist – egal woher er kommt – der Bericht der WHO, wonach kontinuierliche Beschallung von über 45 db(A) wie bei uns gesundheitsschädlich ist, egal ist.
  3. c) der Lärmschutzbeauftragte der Landesregierung durch seine Aussage eine gezielte Lüge verbreitet hat.

 

Sehr geehrter Herr Marwein, da wir weiterhin an die Wahrheit der Aussagen der Landesregierung glauben, möchten wir Sie in dieser Sache zu uns nach Rosenberg einladen. Gerne können wir gemeinsam bei einem Hefezopf mit eigener Marmelade und Kaffee die WEA in Augen – bzw. in Ohrenschein nehmen. Wir sind uns sicher, dass diese Autopsie zu einer Klärung der Frage führen wird.

 

Wir freuen uns auf Ihre Antwort und verbleiben

mit windigen Grüßen

 

Ihre

BI-Windkraft mit Vernunft-Rosenberg-Süd

 

Dr. Michael Hoffmann
Hinterbrand

Bernd Klopfer
Hinterbrand

 

Jens Greiner
Matzengehren

Rudolf Knecht
Matzengehren

 

Hermann Sorg
Tannebühl

 

alle: 73494 Rosenberg