Die Windräder sind zu laut !!!

Wer ab und an seine Fenster offen hat, wird es bestätigen können, die Riesenwindmühlen von Rosenberg-Süd sind zu laut. In Hinterbrand wurden nachts über 47 dB(A) gemessen, erlaubt sind aber nur 45 dB(A). Auch in Matzengehren und Altmannsrot klagen die Anwohner über den Lärm bei Nacht, der auch durch die Fensterscheiben dringt. Nun ist es genug: Bei der Ausweisung der Flächen haben die beteiligten Verwaltungen eine klare Rechtsbeugung begangen, bei der Genehmigung wurde mit der Petition getrickst und nun wird die Überschreitung der zulässigen Grenzwerte kalt geduldet.

Aus diesem Grund haben wir als BI Windkraft mit Vernunft beim Landratsamt einen Antrag auf Wiederaufgreifen des Verfahrens der Genehmigung nach §51 LVwVfG gestellt.

Warum ist das möglich? Im Herbst 2017 hat die Umweltministerkonferenz der BRD anerkannt, dass das üblicherweise zum Einsatz kommenden Prognoseverfahren zur Schallberechnung bei Windrädern unzureichend ist, weil es von einer Schallquelle in 30m Höhe ausgeht. Nun sind die WEA aber 230m hoch, die Prognosen daher falsch, wer hätte es gedacht. Das nun nötige neue Verfahren – das sogenannte Interimsverfahren – wurde vom Umweltministerium in Baden-Württemberg im Dezember 2017 zum „besseren“ Verfahren und damit für verpflichtend für zukünftige Windparks erklärt. Nach Ansicht mehrerer Gerichte hat sich damit die Sachlage beim Immissionsschutz der Bürger gemäß TA Lärm geändert und das neue Verfahren ist dann auch rückwirkend anzuwenden, wenn Anlass besteht, dass die Grenzwerte überschritten werden. Und bei uns besteht erheblicher Anlass dazu!!! Mit dem neuen Verfahren wäre Rosenberg-Süd nie genehmigt worden, da die prognostizierten Lärmpegel bei diesem Verfahren für Hinterbrand über 45 dB(A) liegen – was ja auch der Realität entspricht und nicht zulässig ist. Überhaupt liegen die von uns gemessenen Lärmpegel stets um mehr als 3 dB(A) über der Prognose – nur zum Verständnis: 3 dB(A) entspricht eine Verdopplung der Lautstärke!

Dieses Interimsverfahren ist übrigens auch kein neues Verfahren, sondern wurde bereits von der Bund-Länder-Initiative Lärmschutz im Juni 2016 – also 6 Monate vor der Genehmigung von Rosenberg-Süd – als auf der Höhe der Zeit empfohlen. Dieser eigentlich selbstverständlichen Verpflichtung, die Prognosen auf der Höhe der Zeit mit aktuellen Stand der Technik durchzuführen, ist die EnBW/ODR nicht nachgekommen. Natürlich nicht – sonst hätte der Windpark nicht genehmigt werden können.
Wir haben diesen Sachverhalt noch 2016 gegenüber der EnBW/ODR und dem Landratsamt angesprochen und dabei nur Schulterzucken geerntet – der Wille zur Genehmigung war wohl bei allen deutlich größer als eine belastbare technisch saubere Schallprognose, die hinterher auch der Wahrheit entspricht. Wir haben auch darauf hingewiesen, dass es schallreduzierende technische Maßnahmen für die Rotoren gibt, wie z.B. beim Bürgerwindpark Virngrund, auch darauf hat man von Seiten der EnBW/ODR verzichtet, damit war eine maximale Schallbelastung fürdie Anwohner einkalkuliert.
Wir erwarten nun von der Umwelt- und Gewerbeaufsicht des LRA eine sorgfältige und ergebnisoffene Prüfung dieses Sachverhalts.