Liebe Mitstreiter und Unterstützer gegen den Windpark Rosenberg-Süd,

es ist nun bald ein Jahr, dass der Windpark noch schnell vor Weihnachten genehmigt wurde, obwohl eine Petition beim Landtag eingereicht war. Wir möchten diesen unerfreulichen Jahrestag zum Anlass nehmen, um Euch neueste Informationen rund um den Windpark bei uns und auch anderswo zukommen zu lassen.

1. Die Schallmessungen des Landratsamtes sind ungenügend

Das LRA Ostalb hat auf unsere Beschwerde hin Schallmessungen veranlasst, die allerdings völlig ungenügend waren. Erstens wurde bei Tag gemessen, zweitens nicht an den Immissionsorten in Hinterbrand und Matzengehren, drittens bei nur sehr schwachen Windverhältnissen und viertens bei einer Windrichtung, die den Schall nicht in Richtung der Messstation trug. Wir haben aber in Hinterbrand nachweislich mehr als 47dB(A), bei erlaubten 45 dB(A) als Grenzwert gemessen. Zur Erklärung: eine Erhöhung um drei dB(A) entspricht etwa einer Verdopplung der Lautstärke. Wie Hohn klingt es daher für uns, wenn die Bundestagsabgeordnete Breymaier (SPD) bei der Demo der BI-Erdkabel in Ellwangen klagt, dass das Surren der Leitungen zu laut sei. Und was ist mit dem Fauchen der Rotoren bei uns? Das hat weder Frau Breymaier noch Frau Stumpp von den Grünen interessiert.
Wir fordern vom Landratsamt eine unabhängige und neutrale Lärmmessung bei Nacht, mehr als 6 m/s Wind und an einem Immissionsort in Hinterbrand oder Matzemgehren.

2. Die Landbewohner werden vergessen

Bei der Demonstration der BI-Erdkabel in Ellwangewn, die wir für absolut sinnvoll halten, haben sich drei Bundestagsabgeordnete, Oberbürgermeister Hilsenbek und viel städtische Prominenz gezeigt. War jemand von diesen Leuten, außer den Abgeordneten Mack und Kiesewetter, auch mal bei unseren Veranstaltungen? Haben sie auch gesehen, dass unsere Werte und unsere Gesundheit schützenswert sind? Es zeigt sich, dass die urbanen Eliten ihre Politik gerne auf Kosten der „dummen“ Landbewohner machen und diese dann rücksichtslos ignorieren.

Was bei uns passiert, beklagen Bürgerinitiativen gegen Windräder in der ganzen Bundesrepublik. Erst allmählich werden auch große, unabhängige Tageszeitungen darauf aufmerksam (z.B. Die Welt 9.12.2017, FAZ 8.12.2017, Tagesspiegel 18.9.2017), dass die über 1000 Bürgerinitiativen die flächenmäßig größte Protestbewegung sind, die es in Deutschland je gab. In 10% aller Gemeinden der BRD gibt es eine BI gegen Windkraft, die zu nah an die Menschen heranrückt und sie bedrängt. Weil sie aber nicht in den Städten demonstrieren und oft auch nicht zusammengeschlossen agieren, werden sie vom Fernsehen und Rundfunk, auch von den öffentlich-rechtlichen, nicht wahrgenommen. Die Welt titelte sogar: Protestbewegung gegen Windkraft wird vor Öffentlichkeit verschleiert.

3. Das grüne Umweltministerium kann im Land schalten und walten wie es will

Das grüne Umweltministerium plant indes einen weiteren Ausbau der Windkraft und eine Rückkehr zur alten Hochsubventionierung der Windenergie. Minister Untersteller machte mehrfach unmissverständlich klar, dass noch viel mehr WEAs im Land gebraucht würden und diese nur durch Subventionen gebaut würden. Das Problem von Schall und Infraschall wird kleingeredet, in der Landtagssitzung vom 9.12.2017 erklärte der grüne Staatssekeretär Baumann Gesundheitsgefahren von Windräder für nicht existent, auch Infraschall gebe es nicht. Was es aber gebe, sei ein nocebo-Effekt, das Gegenteil vom placebo: wenn die Leute nur lange genug daran glaubten, dass Windräder krank machen, dann würden sie auch krank werden. Das halten wir für zynisch und unverschämt.

4. Kommt auch bei uns das 3. Windrad?

Es deutet vieles darauf hin, dass bei geeigneter „Prüfung“ der Milan-Vorkommen – also bei Ignorieren der Vorkommen – das 3. Windrad bei Altmannsrot doch noch gebaut wird. Die Genehmigung ist da, auch die Vergütung nach dem alten EEG-Gesetz ist gesichert. Die EnBW wird alles daran setzen, dies durchzudrücken. Das würde die Orte Altmannsrot und Engelhardsweiler extrem betreffen, sie wären noch mehr von WEA umzingelt.
Übrigens: die durchschnittliche Dauer für Genehmigungsverfahren von Windparks beträgt in BW in einem öffentlichen Verfahren insgesamt 50 Monate, die reine immissionsschutzrechtliche Genehmigung (= Baugenehmigung) selbst 17 Monate. Das LRA Ostalbkreis hält demgegenüber einen einsamen Rekord: Dort dauert eine Genehmigung, wie bei uns, nur 2-3 Monate, nach Vollständigkeit der Unterlagen sogar nur 19 Tage. Warum dort wohl so schnell genehmigt wird? Jeder weiß es: Weil es im sog. Vereinfachten Verfahren – also ohne Beteiligung der Öffentlichkeit – und ohne eine Umweltverträglichkeitsprüfung – durchgepeitscht wird. Hier ist dem Landratsamt und seinem Leiter der durch gesundheitsschädlichen Infraschall, durch überlaute Geräusche der WEA, durch Schattenschlag und – ganz aktuell – durch Eisfall und Eiswurf unmittelbar betroffene Bürger sch….egal.
Übrigens zum Thema Eisabwurf: Die Anlagen zur Verhinderung von Eisabwurf bei der WEA 1 ist definitiv defekt, alle Rotoren haben letzte Woche nachweislich Eis angesetzt. Alle Autofahrer zwischen Altmannsrot und Hinterbrand sollten sich also auf die Gefahr des Eisabwurfs gefasst machen.

Und wie geht es weiter?

Sieht so unsere Zukunft auf dem Land aus?

Windkraft-Anlagen bei Paderborn-Dahl (Quelle: Neue Westfälische)

Damit dieser Horror nicht auch bei uns Wirklichkeit wird, wollen wir weiter aufmerksam und kritisch die ökomoralische Überheblichkeitspolitik der urbanen Weltretter beobachten. Wir werden dann im neuen Jahr zu einem nächsten Stammtisch einladen.

Für Eure bisherige Unterstützung möchten wir allen ganz herzlich Danke sagen. Wir wünschen Euch allen frohe und gesegnete Weihnachten, einen guten Rutsch nach 2018 und Gottes Segen.
Eure BI Windkraft mit Vernunft-Rosenberg-Süd